Der Sonderausschuss für das Bauwesen entwickelt Initiativen, um die Mediation im Bausektor zu verankern und bekannter zu machen. Das Baugewerbe braucht eine effiziente Streitbeilegung, die den Fortschritt von Bauprojekten nicht gefährdet. Hier bietet die Mediation eine wertvolle Alternative zu herkömmlichen Verfahren. Mediation in der Baubranche kann bei Konflikten zwischen Bauherren, Bauunternehmern, Architekten, Lieferanten und anderen Beteiligten eingesetzt werden. Die Methode ist jedoch in der Branche noch unzureichend bekannt. Aus diesem Grund informiert und berät der Sonderausschuss für das Bauwesen die Baufachleute bei der Anwendung der Mediation in all ihren Formen.
Warum Mediation im Bauwesen?
Konflikte im Baugewerbe entstehen häufig im Zusammenhang mit der technischen Ausführung, der Wahl der Materialien, der Rechnungsstellung oder der Überschreitung von Fristen. Gerichtsverfahren können zeitaufwändig und komplex sein und den Fortschritt eines Bauprojekts zusätzlich belasten. Die Mediation bietet ein neutrales Umfeld, in dem die Parteien gemeinsam eine tragfähige Lösung finden können. Durch eine frühzeitige Inanspruchnahme der Mediation können unnötige Verzögerungen und steigende Kosten vermieden werden.
Arbeitsweise des Ausschusses
Der Sonderausschuss für das Bauwesen verfolgt seit 2025 einen projektbezogenen Ansatz, bei dem ein Kernteam und zeitlich begrenzte Arbeitsgruppen gemeinsam an konkreten Aufgaben arbeiten.
- Das Kernteam fungiert als Lenkungsgruppe, die die gemeinsame Richtung überwacht und neue Herausforderungen in dem Sektor identifiziert. Seine Zusammensetzung wird alle drei Jahre vom Präsidium der Föderalen Kommission für Mediation überprüft und genehmigt.
Neben dem Kernteam wurden vier Arbeitsgruppen eingerichtet, die jeweils eine bestimmte Zielgruppe im Blick haben.
1. Arbeitsgruppe "Akteure im Bauwesen“: Die Arbeitsgruppe richtet sich an alle Akteure im Bauprozess, wie Bauherren, Bauunternehmer, Planer, Materiallieferanten, Versicherer, Kontrollorgane usw.
2. Arbeitsgruppe "Akteure im öffentlichen Sektor“: Die Arbeitsgruppe befasst sich mit der Interaktion mit dem öffentlichen Sektor, wie öffentlichen Aufträgen im Bauwesen, PPP/DBFM-Projekten, Genehmigungen usw.
3. Arbeitsgruppe "Justizpartner": Die Arbeitsgruppe richtet sich an Justizpartner wie Gerichte und Gerichtshöfe, Richter, Anwaltskammern, Gerichtssachverständige usw.
4. Arbeitsgruppe "Hochschulbildung": Die Arbeitsgruppe konzentriert sich auf Kontakte zu Universitäten und Hochschulen.
Dieser flexible Ansatz ermöglicht es dem Ausschuss, schnell auf die Anforderungen der Baubranche und der relevanten Interessengruppen, wie Bauunternehmen, Regierungen, Gerichte und Ausbildungseinrichtungen, zu reagieren.
Mitglieder des Kernteams (von links nach rechts): Helga Van Peer, Erik Van Wellen, Violaine Labeye, Pierre Henry, Marco Schoups, Alexia Faes, Thomas Braun, Vera Desauw (nicht auf dem Foto)
Liste der anerkannten Mediatoren, die im Bausektor tätig sind
Die Föderale Mediationskommission stellt eine Liste der anerkannten Mediatoren zur Verfügung, die im Bausektor tätig sind und über spezifische Branchenerfahrung verfügen. Sie unterstützen Bauprofis bei der effizienten Beilegung von Streitigkeiten. In der untenstehenden Liste können Sie sowohl alphabetisch als auch nach Erfahrung in bestimmten Baufachgebieten suchen.
Zusammenarbeit mit Partnern
Der Sonderausschuss für das Bauwesen arbeitet eng mit Organisationen und Berufsverbänden zusammen, um die Mediation in diesem Sektor zu fördern. Der Ausschuss beteiligt sich auch an Netzwerkveranstaltungen, Ausstellungen und Initiativen wie der Mediation Week, um die Mediation als Standardverfahren in der Baubranche weiter zu verankern.
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Innerhalb der Föderalen Kommission für Mediation arbeiten mehrere Ausschüsse zusammen, um die Mediation in Belgien zu stärken. Erfahren Sie mehr über ihre Arbeitsweise: